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Camponotus ligniperdus
Camponotus ligniperdus
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Ameisen, Kolonie
Camponotus ligniperdus
Die Camponotus ligniperdus gehört zu den größten Ameisenarten Europas und bietet besonders bei größeren Kolonien ein faszinierendes Schauspiel. Die sogenannten Major-Arbeiterinnen können eine beeindruckende Größe erreichen. Diese Ameisen sind sehr aktiv und es macht Spaß, sie zu beobachten, insbesondere wenn sie in Gruppen auf Futtersuche gehen. Sie jagen nur so viel, wie sie benötigen, und verhalten sich nicht übermäßig aggressiv. In heiklen Situationen unterstützen sie sich gegenseitig, was ihr soziales Verhalten unterstreicht.
Die Haltung der Camponotus ligniperdus ist unter den richtigen Bedingungen relativ einfach. Kleine Kolonien wachsen bei guter Fütterung, ausreichender Wärme und passenden Nestbedingungen schnell an. Unsere speziell konzipierten Nester bieten ideale Bedingungen, sind aber flexibel in der Nestwahl und zeigen sich auch mit anderen Nestarten zufrieden. In kleineren Becken sollte nur eine geringe Anzahl lebendiger Futtertiere angeboten werden, um zu vermeiden, dass überflüssige Tiere ins Nest gelangen. Diese Ameisenart benötigt zudem eine Winterruhe, die zwar Geduld erfordert, sich aber lohnt.
In ihrer natürlichen Umgebung ist die Camponotus ligniperdus vorwiegend abends aktiv, um der Tageshitze zu entgehen. Ihre Brut legen sie meist an sonnigen Orten, wenige Zentimeter unter der Erdoberfläche oder unter flachen Steinen ab. Unsere Nester bieten optimale Bedingungen für die Aufzucht, alternativ kann im Becken durch natürliche Einrichtung und geeignete Dekorationsgegenstände ein idealer Lebensraum geschaffen werden.
Diese Ameisenart ist vergleichbar mit der Camponotus herculeanus, teilt viele Eigenschaften und Verhaltensweisen und eignet sich gleichermaßen gut für Ameisenliebhaber, die eine faszinierende und aktive Ameisenart suchen.
Hier geht es weiter zu allgemeinen Haltungsinformationen.
Hier geht es weiter zu allgemeinen Haltungsinformationen Teil 2.
Allgemeine Informationen:
- Taxonomie: Formicinae (Schuppenameisen), Tribus: Camponotini
- Name: Camponotus ligniperdus, Synonym: Camponotus ligniperda
- Verbreitung: Mitteleuropa
- Direkte Herkunft: Deutschland, Bayern
- Schwarmflug: Mai bis Juli
Lebensdauer und Kolonieeigenschaften:
- Lebensdauer der Königin: 20 - 30 Jahre
- Lebensdauer der Arbeiterin: 2 - 3 Jahre
- Maximale Koloniegröße*: Bis zu 8000 Tiere in der Heimhaltung
- Kolonietyp: Monogyn (eine Königin pro Kolonie)
Physische Merkmale:
- Farbe: Schwarz mit hell-rot-braunem Abdomen
- Größe der Königin: 16 - 18 mm
- Größe der Arbeiterinnen: 4 - 16 mm
- Soldaten: Nicht vorhanden, Bezeichnung für große Arbeiterinnen = Major Arbeiterinnen
- Stachel/Ameisensäure: Ameisensäure vorhanden
Haltungsbedingungen:
- Nahrung: Zucker-/Honigwasser, Futterjellys, vorzugsweise Schaben, Mehlwürmer, Grillen etc.
- Temperatur im Nest: 24° - 30° Grad, optimal 26° Grad
- Temperatur in der Arena: 20° Grad ausreichend
- Lichtverhältnisse: Normales Tageslicht, kaltweiße künstliche Beleuchtung empfohlen, rote Folie überflüssig*
- Luftfeuchtigkeit: 50% - 60%, Anpassung nicht notwendig
- Winterruhe*: Ja
- Ausbruchsschutz*: Talkum 2 - 3 cm am oberen Beckenrand trocken auftragen
Verhalten:
- Aggression: Mittelmäßig
- Ausbruchsintensität: Mittel, Tiere klettern bedingt am Glas oder Plastik hoch
- Tages-/Nachtaktivität: 90% tagesaktiv, 10% nachtaktiv; in der Natur vorrangig abends aktiv
- Verhalten bei Störungen: Reagieren auf äußere Einflüsse
Nest- und Arenagestaltung:
- Nestformen in der Natur: Leben vorrangig in der Erde, manchmal in morschen Baumstämmen; Standorte im Wald oder an Waldrändern
- Arena: Bodengrund aus Sand-Lehm, kleine Steine und Nadeln zur Orientierung, nicht zu stark bestücken oder bepflanzen
- Nestbefeuchtung*: Leicht feucht halten, Trockenheit wird toleriert
- Substrate in der Natur: Sand-Lehm Gemisch
- Empfohlener Platz für die Haltung: In der Arena ab 20 x 20 cm für kleine Kolonien, im Nest reichen Gänge mit wenigen cm
- Empfohlene Nestformen zur Haltung: Ytong Stein, unsere hochwertige Ameisenfarmen, Erdnester; wir empfehlen alle Nester mit 0,5 cm bis 1cm Bodengrund (Sand ohne Gemisch) zu befüllen
Anfangsmaßnahmen nach Erhalt:
- Reagenzgläser bei Lieferung: maximal 1-2 Wochen geschlossen lagern, ab 5 Arbeiterinnen maximal 1-3 Tage geschlossen lagern, Arbeiterinnen halten sich sehr schlecht in den geschlossenen Reagenzgläsern
- Reagenzgläser für die Aufzucht*: können in offenen Reagenzgläsern (abgedunkelt), in einer Arena liegend, aufgezogen werden*
- Nach Erhalt der Lieferung: Reagenzglas nach Erhalt in die Arena legen. 20 - 30 Minuten abwarten, dann vorsichtig den Verschluss entfernen. Damit sollte sichergestellt sein, dass die Tiere nicht panisch aus dem Reagenzglas laufen. Die Tiere können in der Arena einige Woche Ihr Reagenzglas weiterhin als Nest nutzen. Anfangs eignet sich ein feuchtes und abgedunkeltes Nest, um den Umzug der Ameisen zu beschleunigen.
Weitere Anweisungen:
- Brutentwicklung: Vom Ei zur Larve 8 bis 10 Tage, von der Larve zur Puppe ca. 10 bis 22 Tage, insgesamt vom Ei zur Arbeiterin ca. 3-4 Wochen (stark temperaturabhängig)
- Robustheit: 9 auf einer Skala von 1 (kaum) bis 10 (sehr robust)
- Gründung: erfolgt claustral (d.h. ohne Futter), wir empfehlen bei Gründung die Königin immer wöchentlich zu füttern
Versandinformationen:
Expressversand: Nicht notwendig
Winterversand: Jederzeit möglich, kann in der Winterruhe verschickt werden
Links für diese Ameisenart: wir empfehlen rechte Maustaste Link im neuem Tapp öffnen"
href="https://www.antweb.org/description.do?genus=camponotus&species=ligniperdus&rank=species">Link für antweb.org; Link für antwiki.org
*Arena Die Arena bezeichnet den Bereich im Becken, der zur Futterversorgung dient und den Ameisen Raum zur freien Bewegung bietet.
*Ausbruchsschutz Talkum sollte trocken mit einem Pinsel oder mit dem Finger auf die Scheiben im oberen inneren Bereich aufgetragen werden, einige Zentimeter breit. Bei kleinen Kolonien hält das Talkum mehrere Wochen.
*Diapause Die Diapause, in Bezug auf die Tierruhe ist eine Verzögerung der Entwicklungsphase als Reaktion auf regelmäßige und wiederkehrende Perioden ungünstiger Umweltbedingungen. Es wird als physiologischer Ruhezustand mit sehr spezifischen initiierenden und hemmenden Zuständen betrachtet.
*Farm Die Farm bezeichnet das eigentliche Nest und die Brutstätte der Ameisen.
*Gemeinschaftsbecken In Gemeinschaftsbecken sollte niemals die gleiche Gattung gehalten werden. Diese Becken eignen sich besonders für sehr große Terrarien.
Einfacher lässt sich dies durch das Verbinden mehrerer Becken und externen Ameisenfarmen verwirklichen. Außerdem dürfen nur Ameisen mit geringem Aggressionspotenzial zusammen gehalten werden.
*Größe Die Größe der Ameisen kann je nach Sammelregion oder Land variieren. Futtervorkommen und Wetterbedingungen sind dafür ausschlaggebend. Oft wird der Nachwuchs in der eigenen Haltung etwas größer.
*Lichtintensität vom Nest Anfänglich wird empfohlen das Ameisennest abzudunkeln. Sobald die Tiere eingezogen sind kann diese Abdunkelung einige Wochen später entfernt werden.
*Maximale Koloniegröße n der Heimhaltung wachsen Ameisenkolonien, die gut gefüttert und durchgehend warm gehalten werden, schneller. Die Kolonien werden dadurch größer als die ihrer Artgenossen in der Natur. Das Wachstum der Ameisenkolonie wird durch eiweißhaltiges Futter reguliert und kann nach Wunsch angepasst werden.
*Monogyn/polygyn Bei monogynen Ameisen wird nur eine Königin akzeptiert. Oft legen monogyne Königinnen mehr Brut als Arten, die polygyn sind. Bei polygynen Arten werden mehrere Königinnen akzeptiert, es kann aber vorkommen, dass trotz mehrerer Königinnen nur die dominanteste Brut legt.
*Nestbefeuchtung Extreme Trockenheit über eine längere Zeit kann zu einer Diapause* führen. Dies trifft hier jedoch nicht zu.
*Reagenzgläser für die Aufzucht Reagenzgläser dürfen leicht verschmutzt sein. Wir empfehlen immer etwas Erde / Sand-Lehm im Reagenzglas zu haben. Dies ist bei der Lieferung je nach Bedarf vorhanden. Niemals unnötig tauschen. Der Wechsel stresst die Ameisen extrem, da die Ameisen an das alte Reagenzglas gewöhnt sind. Das neue Reagenzglas muss einige Tage geschlossen bleiben, sonst verlassen die Tiere es panisch.
*Temperatur im Nest Stark wechselnde Temperaturen können zu einer Diapause* führen.
*Winterruhe In der Winterruhe sollten die Ameisen von November bis Anfang März bei ca. 2 bis 10 Grad gelagert werden. Ein Dachboden oder Keller wird dazu empfohlen. Der Kühlschrank kann benutzt werden, ist aber durch die geringe Luftzufuhr nicht ideal. Ein kleiner Wasserzugang sollte vorhanden sein; Futter ist nicht notwendig. Die Winterruhe kann nicht umgangen werden, auch bei höheren Temperaturen werden die Ameisen inaktiv und legen keine Brut mehr. Durch eine optimal durchgeführte Winterruhe gehen Sie kein Risiko ein, dass die Ameisen im Folgejahr weniger Brut legen würden.
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